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03. April 2026

Praxistest Opel Frontera Electric: Ein Freund der Ladesäule

Der Frontera hat sich zum Erfolgsmodell von Opel entwickelt. Mit einer gradlinig gezeichneten Karosserie, die den rechten Winkel bevorzugt, und einer steilen Front samt „Vizor“-Gesicht, tritt er mit markantem Charakter auf und überzeugt mit ausgeprägter Geräumigkeit. Beim Antrieb haben die Rüsselsheimer nun mit einer zweiten Elektrovariante mit 54 kWh Batteriekapazität nachgelegt, mit der er nun auch die Langstrecke elektrisch meistern soll.

Den Innenraum des SUV prägen eine ganze Reihe von Ausstattungselementen, die sich jedoch nicht alle als tauglich erweisen. Die Getränkehalter mit Spanngummis etwa erfüllen ihre Aufgabe nur sperrig und bei bestimmten Formaten gar nicht, die glatten, großflächigen Verkleidungen sehen gut aus, fassen sich aber eher gefühllos an. Das kleine Lenkrad, bezogen mit veganem Leder, schmeichelt beim Zugriff deutlich besser. Das vorbildliche Sitzsystem mit dem AGR-Prädikat gibt es im Frontera nicht, trotzdem lässt das Gestühl entspannte Sitzhaltungen zu.
Fahrer und Beifahrer sitzen komfortabel und luftig, die Passagiere auf der Rückbank können ebenfalls nicht über Platzmangel klagen. Nur die Anhängelast schränkt den praktischen Nutzen des Opel-SUV ein, 350 Kilogramm lassen nur kleinste Anhängsel zu.

Die Bedienung gelingt meist über den mittleren Touchscreen, leider fehlt ein Drehsteller für die Lautstärke des Audiosystems, die Steuerung über die Schaltflächen am Monitor lenkt während der Fahrt ab, und die Taste am Lenkrad folgt den Befehlen nur verzögert. Immerhin lässt sich das Klima im Innenraum über reale Tasten unter dem Display steuern, was gut funktioniert, doch lässt sich der Luftstrom der Düsen in der Schalttafel nur ungenau einstellen.

Großzügig geht es im Innen- und Kofferraum gleichermaßen zu. 460 Liter können eingeladen werden, ein Zwischenboden erleichtert den Vorgang. Wer die im Verhältnis 40:60 geteilten Rückenlehnen nach vorne klappt, steigert die Transportkapazität auf beachtliche 1600 Liter. Den Willen zum Sparen offenbart der Frontera, wenn seine Heckklappe mit sehr blechernem Klang schließt, aber auch die billige Aufhängung der Gepäckabdeckung zeigt, wo der Rotstift angesetzt wurde. Früher gab es hier Kunststoffklipse zum Einrasten, heute nur noch eine simple Schlaufe.

Gestartet wird der Antrieb überraschenderweise mit einem ganz konventionellen Schlüssel, den es ins Zündschloss zu manövrieren gilt. Der Umgang mit der Fahrtrichtungswahl will gelernt sein, oft verharrt die Anzeige in Mittelstellung obwohl es eigentlich vorwärts gehen sollte. Wunder gibt es nicht zu erwarten, wenn der Frontera beschleunigt. 14,2 Sekunden dauert der Sprint von 0 auf 100 km/h. Beim Anfahren wirkt die Maschine eher träge als quirlig, der berühmte Wumms von Elektroantrieben fehlt dem Frontera. Was nicht verwundert, denn der E-Motor liefert nur 113 PS und gemütliche 124,5 Newtonmeter Drehmoment, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 143 km/h begrenzt.

Besonders effizient geht der Elektro-Opel mit der Energie nicht um. Die versprochene Reichweite von 385 bis 400 Kilometern bleibt ein theoretischer Wert. Wir waren froh, wenn die 300-Kilometer-Marke in Sichtweite kam, bevor es zum Ladestopp ging. Dort geht es ebenfalls nicht zügig zu, statt der in Aussicht gestellten 100 kW-Ladeleistung kamen wir nur auf 50 kW. Gut 30 Minuten vergehen dann, um den Akku von 30 auf 80 Prozent zu laden. Eine Ladeanzeige informiert über den Fortschritt, eine Verbrauchsanzeige ist jedoch nicht an Bord.

Das Fahrverhalten geht da eher in Ordnung, auch wenn der Frontera keine Sportskanone ist. Die Federung arbeitet mit viel Gefühl und lässt nur arge kurze Stöße durchdringen, die Bremsen fallen durch ihre Durchschnittlichkeit auf, eine Einstellung verschiedener Rekuperationsstufen gibt es nicht. Die Lenkung könnte vor allem in der Stadt und beim Rangieren etwas mehr Unterstützung vertragen, bei schnellerer Fahrt geradeaus oder in Kurven bleibt sie aber präzise und gefühlvoll.

Die Aufpreisliste des Frontera Electric ist kurz, zumal die Version Ultimate fast alles an Bord hat, was möglich ist. Einzig die Beheizung von Lenkrad und Frontscheibe schlägt mit 650 Euro extra zu Buche, die Sitzplatzerweiterung durch eine dritte Reihe kostet 800 Euro. Erfreulich ist die aufpreisfreie Standardfarbe, das leuchtende Metallicblau setzt das Elektro-SUV gekonnt in Szene. Der Antrieb hingegen dürfte da durchaus etwas mehr Strahlkraft haben. 

Daten Opel Frontera Electric Extended Range

Länge x Breite x Höhe (m): 4,39 x 1,85 x 1,64
Radstand (m): 2,67
Antrieb: elektrisch, FWD, Aut.
Leistung: 83 kW / 113 PS
Max. Drehmoment: 124,5 Nm bei 1750 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 143 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 14,2 Sek.
Batteriekapazität: 54 kWh
WLTP-Reichweite: 385–400 km
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 16,7 kWh
Testverbrauch: ca. 18 kWh
Leergewicht / Zuladung: min. 1610 kg / max. 460 kg
Anhängelast: 350 kg
Kofferraumvolumen: 460–1600 Liter
Preis: 31.190 Euro
Testwagenpreis: 34.990 Euro

(Quelle: Michael Kirchberger, aum)