• Die besten Produkte für Ihr Auto
  • Mehr als 50.000 Produkte im Sortiment
  • Ausgewählte Partner
  • Finden Sie den perfekten Reifen mit unserem Reifenberater
Wir lieben das Automobil.
  • Produkte - die optimal zu Ihrem Fahrzeug passen
  • Riesiges Sortiment - günstige Preise - zuverlässige Partner

12. Februar 2026

Praxistest MG HS Hybrid+: Das Plus verpufft am Ende ein wenig

Die beiden Buchstaben MG umgibt auch heute noch ein Nimbus. Längst ist aus Morris Garage (dafür steht die Abkürzung) aber ein chinesisches Unternehmen geworden – und der hierzulande erfolgreichste Autohersteller aus dem Reich der Mitte. Mit den einst kultigen Sportwagen hat die Marke heute nichts mehr zu tun. Im Mittelpunkt stehen auch hier die mittlerweile allgegenwärtigen SUV – so wie der HS Hybrid+. Hybrid Plus? Das steht offenbar für etwas mehr. Und so ist es auch, auch wenn sich das am Ende nicht wirklich auszahlt.

MG kombiniert bei seinem Hybrid+-Konzept den Benzinmotor mit einem noch stärkeren Elektromotor. 143 durch fossile Brennstoffe erzeugte PS (105 kW) treffen auf 146 aus Strom generierte Kilowatt (199 PS). Als Systemleistung gibt MG für den kompakten HS üppige 224 PS (165 kW) an. Das klingt vielversprechend und schlägt sich beispielsweise in einem Wert von knapp unter acht Sekunden für den Standardsprint nieder.

Optisch macht der MG HS Hybrid+ vor allem von vorne etwas her. Der riesige Kühlergrill mit den ebenfalls nicht kleinen seitlichen Kotflügelkiemen und den schmalen Hauptscheinwerfern on top machen ihn unverwechselbar und auf Anhieb MG kenntlich. Das flache Greenhouse sitzt auf einem recht massiven Karosseriekörper, was Solidität ausstrahlt. Die Heckscheibe fällt gefällig nach hinten ab. Irgendwie hält der MG designerisch die Waage zwischen klassischem Gattungsvertreter und neumodischem SUV-Coupé.

Schon beim Einstieg fällt die kleine Kamera an der A-Säule auf. Sofort wird klar, dieses Auto hat ein wachsames Auge auf den Fahrer. Und so ist es dann auch. Bereits ein kurzer Blick auf das Infotainmentsystem genügt, um den Fahrer zu mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu ermahnen. Ähnlich aufdringlich arbeitet der Alarm für die leichteste Geschwindigkeitsübertretung. Zum Glück lässt sich der Ton abstellen – zumindest bis zum nächsten Start. Zu finden ist die Stummschaltfunktion im Bordmenü übrigens bezeichnenderweise unter dem Begriff „Komfort“ (sic!). Und auch das Navigationssystem meldet sich gerne häufiger als üblich zu Wort, etwa wenn sich der MG einer Schule nähert.

Das Plus-Zeichen des Hybrids steht vor allem dafür, dass der HS deutlich längere Strecken als andere Vollhybride ohne Benzin zurücklegen kann und das auch mit mehr Tempo. Bis zu 65 km/h und über drei Kilometer Strecke sind rein elektrisch drin. Das ist durchasus beeindruckend, Der Bordcomputer meldet Reichweiten von um die 800 Kilometer. Gleichwohl kann auch die SAIC-Tochter nicht zaubern. Der angegebene Normverbrauch von 5,5 Litern auf 100 Kilometer klingt eigentlich zufriedenstellend, in der Praxis darf aber gerne mit mindestens einem Liter mehr gerechnet werden. Das kann nahezu jeder Diesel in dieser Klasse unterbieten – und das ohne den zusätzlichen technischen Aufwand.

Auf der Plus-Seite des MG HS Hybrid+ stehen andere Dinge als der Verbrauch. Seine Leistung entfaltet der Antrieb dank der üppigen E-Unterstützung absolut souverän und mühelos. Akustisch gibt sich der Motor dabei äußerst zurückhaltend. Ohnehin ist der MG hervorragend gedämmt. Das Fahrwerk ist ebenfalls angenehm komfortabel und das Ansprechverhalten des Motors, der Lenkung und die Stärke der Rekuperation lässt sich jeweils in drei Stufen den persönlichen Vorlieben anpassen. All das kann jeweils unabhängig von einander eingestellt werden und ist ausreichend differenziert. Zusätzlich ist ein spezieller Anhängermodus verfügbar. Das auch oben abgeflachte Lenkrad liegt sehr gut in der Hand, so dass wir uns fragen, warum das eigentlich nicht alle so machen.

Die beiden Displays messen 12,3 Zoll und sind in einer leicht gebogenen Panoramaeinheit zusammengefasst. Mit sechs Tasten (zwei davon für Favoritenbelegung) und zwei kleinen Joysticks ist das Bedienfeld auf dem Lenkrad nicht überfrachtet. Der Fahrersitz besitzt in der Ausstattungslinie Luxury eine dreifache Memoryfunktion und fährt beim Ein- und Aussteigen auf Wunsch zurück. Ohnehin gibt es jede Menge Einstellungsmöglichkeiten im Bordmenü. Das reicht so weit, dass sich sogar festlegen lässt, ob sich beim Rückwärtsfahren nur der linke oder rechte Außenspiegel, beide oder gar keiner senkt. Die Parksensoren zählen die Zentimeter, und die Bird-View-Ansicht beherrscht den Röntgenblick. Ein Türöffnungswarner ist ebenfalls an Bord.

Allerdings verwundert bei so viel technischem Schnickschnack ein wenig, dass es im MG neben der induktiven Ladeschale ausschließlich USB-A- und keine USB-C-Anschlüsse gibt (uns persönlich ist das allerdings nur recht). Im Fond sitzt es sich sehr bequem und bei Bedarf sind über 1,70 Meter Ladelänge vorhanden sind.

Mit Preisen ab 34.990 Euro – 36.990 Euro in der von uns gefahrenen Luxury-Ausführung – ist der HS Hybrid+ ein lukratives Angebot. Zumal es auch noch sieben Jahre Garantie gibt. 
Daten MG HS Hybrid+ Luxury

Länge x Breite x Höhe (m): 4,66 x 1,89 x 1,66
Radstand (m): 2,77
Antrieb: 4-Zyl.-Benziner, 1498 ccm, E-Motor, FWD, 2-Stufen-Aut.
Systemleistung: 165 kW / 224 PS
Max. Drehmoment: 340 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,9 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 5,5 Liter
CO2-Emissionen: 163 g/km
Testverbrauch: ca. 6,6 Liter
Leergewicht / Zuladung: 1765 kg / 400 kg
Kofferraumvolumen: 507–1484 Liter
Max. Anhängelast: 1500 kg
Preis: 36.990 Euro

(Quelle: Jens Riedel, cen)