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17. Januar 2026

Praxistest Lexus LM 350h Luxury: Chauffeur gesucht

„Wanna see my chauffeur. I wanna see my chauffeur. I want him to drive me. Want him to drive me downtown. ´Cause he drives so easy...“, sangen 1966 Jefferson Airplane im „Chauffeur Blues“. Dem Wunsch von Sängerin Signe Toly Anderson (nein, nicht Grace Slick) können wir uns beim Lexus LM nur anschließen. LM? Nie gehört oder zumindest noch nie auf der Straße gesehen? Ja, die Großraumlimousine – oder sagen wir besser der Luxusliner – bleibt auch nach über zwei Jahren eine äußerst seltene Erscheinung. Das Kraftfahrt-Bundesamt listet für 2025 bis einschließlich November lediglich 169 Neuzulassungen des ungewöhnlichen Vans auf.

Mit seiner Länge von 5,13 Metern und 1,93 Metern ist der Lexus eine imposante Erscheinung, die vom riesigen (oben geschlossenen) Kühlergrill zusätzlich betont wird. Noch beeindruckender als die äußere Schale ist das Interieur, denn trotz seiner Größe hat der Van lediglich vier Sitze und wird dadurch zum „Luxury Mover“, kurz LM. Leder, Velours und Walnussholz sorgen im Innenraum für ein hochwertiges Ambiente mit entsprechender luxuriöser Ausstrahlung.

Im Vorfeld der Entwicklung hat sich Lexus nicht nur mit wohlhabenden Kunden, sondern auch mit Herstellern von Privatjets unterhalten. Und das merkt man. Die beiden beheiz- und belüftbaren First-Class-Sessel im Fond bieten vielfältige Verstellmöglichkeiten und aus den Armlehnen herausklappbare Tische sowie eine Massagefunktion mit sieben Programmen. Zwischen ihnen befindet sich eine Konsole mit zwei smartphoneähnlichen Controllern als Bedienpanel für alle erdenklichen Komfortwünsche und das Infotainment. So bietet beispielsweise der Klima-Concierge einige vorkonfigurierte Einstellungen von Lüftung, Sitzposition und Ambientebeleuchtung sowie Sitztemperierung, die je nach Wunsch beruhigend oder belebend wirken sollen.

Großes Kino, auch im Wortsinn, herrscht beim Viersitzer auf den beiden hinteren Plätzen. Unterhalb der versenkbaren Trennscheibe hinter den Vordersitzen zieht sich über die gesamte Breite der Zwischenwand ein 48 Zoll großer HD-Breitbildschirm mit HDMI-Anschluss und wahlweise Vollbild-, Kino- oder Split-Screenansicht. Das Audiosystem verfügt über 23 Lautsprecher, wobei die Wiedergabe für vorne und hinten auch getrennt werden kann.

Es gibt Regenschirmhalter an den Seiten, je ein großes Staufach vor den Füßen und dazwischen ein größeres Kühlfach, das laut Lexus groß genug für zwei handelsübliche Champagnerflaschen ist. Über die bis in die Waagerechte verstellbaren Sitze mit Unterschenkelauflage erstreckt sich ein längs geteiltes Panaromadach, das sich ebenso verdunkeln lässt wie die hinteren Scheiben. Mit an Bord ist auch eine Spracherkennung, die in der zweiten Reihe zwischen linkem und rechtem Passagier unterscheiden kann.

Der LM begeistert mit seinem extrem fein dosierbaren und sich natürlich anfühlenden Brake-by-Wire-System sowie der direkt ansprechenden und ebenso feinfühligen Lenkung. Der Fünf-Meter-Dreizehn-Koloss erweist sich als unerwartet handlich und lässt sich auch auf engeren Straßen gut führen. Der Fahrer (oder Chauffeur) hat die Wahl zwischen den Fahrstufen Eco, Normal, Sport, Rear Comfort und Custom. Für den Sport-Modus stehen hinter dem Lenkrad auch Schaltwippen zur Verfügung. Und der spezielle Rear Comfort bedeutet neben aktiviertem Allradantrieb vor allem eine nochmals komfortablere Federung, die beim Bremsen und Beschleunigen weniger stark eintaucht.

Der Verbrennungsmotor ist bei geruhsamer (Chauffers-)Gangart kultiviert, es sei denn, es muss doch einmal aufs Gas getreten werden. Dann kann der Benziner ab 2500 oder 3000 Umdrehungen nicht verhehlen, dass er trotz 2,5 Litern Hubraum nur vier Zylinder hat. Ohnehin setzt der Hybrid auf kräftige E-Unterstützung. Vorne liefert der Strommotor mit 134 kW fast genauso viel Leistung wie der 190 PS starke Verbrenner, hinten sind es weitere 40 kW (54 PS). Mit bis zu 125 km/h geht es nach Drücken der EV-Taste auch rein elektrisch voran. In Summe nennt Lexus eine maximale kombinierte Leistung von 250 PS (184 kW). Das reicht um das 2,4 Tonnen schwere Fahrzeug in 8,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Seine Hybridvorteile spielt er natürlich vornehmlich in der Stadt aus, wenn es immer wieder etliche hundert Meter ohne Verbrauch fossilen Brennstoffs vorangeht. Bei moderater Fahrweise kamen wir aber auch auf der Landstraße bei über einer halben Stunde Fahrt auf rund ein Drittel EV-Anteil. Den angegebenen Normverbrauch verfehlten wir am Ende über den gesamten Zeitraum dennoch um gut einen Liter.

An Assistenzsystemen bringt der LM natürlich so gut wie alles mit, was bei Lexus verfügbar ist. Dazu gehören auch ein vorderer Querverkehrswarner sowie ein Überholassistent, der auf der Autobahn bei gesetztem Blinker und freier linker Fahrbahn einen automatischen Spurwechsel ermöglicht. Akustisch gut gemeint ist der dezent ausfallende dreifache Hupton des Geschwindigkeitswarners, aber auf dauert nervt er eben doch.

Die Sicht nach vorne und zur Seite ist gut. Das sich Richtung Motorhaube neigende Armaturenbrett und große Dreiecksfenster zwischen A-Säule und Tür sorgen für ein gutes Blickfeld. Bei der Sicht nach hinten muss sich der Fahrer aber auf einen digitalen Rückspiegel verlassen, da die Trennscheibe bei Bedarf auch in eine milchige Sichtblende verwandeln lässt. Die elektrischen Schiebetüren lassen sich sowohl von vorne als auch von hinten per Knopfdruck sowie zusätzlich hinten per Griff öffnen. Apropos Griff, die vorderen Türöffner fallen für ein derartig großes Auto ungewöhnlich klein aus. Sie lassen sich nicht mit mehr als einem Finger greifen. Und auch die zusätzlich vorhandenen händischen Griffe der hinteren Türen liegen arg weit vorne und etwas versteckt (vielleicht, um die Wohlfühlatmosphäre nicht zu stören?).

Bei so viel Prestige und einem Preis von 154.000 Euro verwundert es dann aber doch, dass sich Lexus Gasdruckdämpfer für die Motorhaube gespart hat. Es bleibt bei schlichten Scharnieren und einer einfachen Haltestange zur Arretierung. Aber darüber muss sich ja im Zweifelsfall nur der Chauffeur und nicht der Besitzer ärgern.

Wo wir beim Sparen sind: Es gibt den LM nicht nur in der Ausführung Luxury, sondern auch als „Executive“ für den gehobenen Shuttleservice oder die anspruchsvolle Familie. Die 6+1-Ausführung ohne Trennwand mit zwei Komforteinzelsitzen in der zweiten und zwei klappbaren Sitzen mit zusätzlichem mittleren Sitz in der dritten Reihe kostet immerhin 25.500 Euro weniger. 

Daten Lexus LM 350h AWD Luxury

Länge x Breite x Höhe (m): 5,13 x 1,89 x 1,93
Radstand (m): 3,00
Antrieb: 4-Zyl., Benziner, 2487 ccm, 2 E-Motoren, AWD, CVT
Systemleistung: 184 kW / 250 PS
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,7 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 7,2 Liter
CO2-Emissionen: 163 g/km
Leergewicht / Zuladung: 2420 kg / 350 kg
Kofferraumvolumen: max. 752 Liter
Preis: 154.000 Euro

(Quelle: Jens Riedel, cen)