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07. April 2026

Fahrbericht Toyota RAV4: Gelassene Entschlossenheit

Der neue Toyota RAV4 bleibt seiner Erfolgsformel treu, mit komplett neuer Plattform, geschärftem Design und ausschließlich elektrifizierten Antrieben. Die sechste Generation kommt im Juni 2026 nach Europa und wird nur noch als Hybrid und Plug-in Hybrid angeboten, wahlweise mit Vorderradantrieb oder mit Allrad. Die Preise starten bei 43.990 Euro.

Mit seiner Markteinführung im Jahr 1994 hatte der Toyota RAV4 das Segment der SUV ins Leben gerufen. Der Name stand ursprünglich für Recreational Active Vehicle-4-Wheel Drive. Ein Freizeitauto also, gedacht für Ausflüge und Leichtigkeit, nicht für ernstes Gelände. Die erste Generation war entsprechend verspielt, fast frech, ein kleines Fun-Mobil, das eher zuzwinkerte als imponierte. Drei Jahrzehnte später hat sich dieser Ausdruck verändert. Den Rundungen sind Kanten gewichen, und der RAV4 blickt mit schmalen, ernsten Scheinwerfern in die Welt, als hätte er das Lächeln der 90er gegen eine ruhige, kantige Entschlossenheit eingetauscht.

Interessant ist, dass Toyota die äußeren Abmessungen gegenüber dem Vorgänger unangetastet lässt. Der neue RAV4 ist 4,60 Meter lang, 1,86 Meter breit und 1,69 Meter hoch – ein Format, das sich bewährt hat und offenbar nicht verändert werden musste. Vier bis fünf Personen finden bequem Platz Für das Gepäck stehen beim Hybrid 514 bis 1706 Liter zur Verfügung, der Plug-in Hybrid bietet wegen seiner großen Batterie nur 446 bis 1619 Liter.

Die dreidimensionale Front wirkt kantiger, mit einem Kühlergrill, der je nach Ausstattung größer oder dezenter ausfällt. Neue LED-Scheinwerfer ziehen sich weit in die Mitte hinein, die Lichtsignatur am Heck wurde klarer konturiert. Der Modellschriftzug ist neu gesetzt, das Toyota-Logo etwas zurückhaltender gestaltet.

Im Innenraum setzt Toyota weiterhin auf eine robuste, fast handwerkliche Ästhetik. Das Cockpit bleibt solide, kantig, funktional – bewusst fern von futuristischem Minimalismus. Alles ist klar strukturiert, mit einer Mischung aus Hartplastik und weicheren Oberflächen, die sich im Alltag bewährt. Die neue frei schwebende 12,3 Zoll-Instrumententafel ist gut durch das Lenkrad einsehbar und mit ihren klaren Grafiken auch leicht ablesbar. Wer mag, konfiguriert sich das Layout nach eigenem Geschmack. Der zentrale, leicht zurück versetzte 12,9 Zoll-Touchscreen fügt sich harmonisch in die Instrumentenlandschaft ein, was optisch Ruhe schafft. Neu ist die Infotainment-Architektur. Toyota setzt auf das so genannte Arene-System, das deutlich flüssiger, intuitiver und moderner wirkt als frühere Versionen. Sprachsteuerung, Over-the-air-Updates, Smartphone-Integration, alles da, ohne Anspruch, ein rollendes Smartphone zu sein.

Alle Verbrenner im RAV4 werden künftig ausschließlich elektrifiziert angeboten. Toyota setzt damit konsequent auf seine Hybridkompetenz, die das Unternehmen seit über 25 Jahren kultiviert. Der klassische Vollhybrid kombiniert in diesem Fall einen 2,5 Liter-Benziner mit einem oder zwei Elektromotoren. Die Systemleistung liegt je nach Version bei 185 PS mit Frontantrieb sowie 194 PS mit Allradantrieb und macht den Hybrid zu einem pragmatischen Alltagsbegleiter: kein Aufladen, kein Aufwand, einfach einsteigen und fahren. Der RAV4 PHEV kommt mit einer Systemleistung von 272 PS (FWD) bzw. 309 PS (AWD) und bietet bis zu 137 km elektrische Reichweite.

Die ersten Testfahrten führen durch das bergige Hinterland von Mijas in Andalusien - eine Landschaft, die wie geschaffen scheint, um die Qualitäten eines SUV sichtbar zu machen. Enge Serpentinen und Anstiege mit kurzen Beschleunigungsphasen wechseln sich ab. Während sich bei der Hybridversion der Verbrenner dort immer wieder akustisch in den Vordergrund spielt, sobald mehr Leistung gefordert war, zeigt sich der Plug-in-Hybrid von einer ganz anderen Seite. Er wirkt gelassener, kraftvoller und deutlich leiser. Die größere elektrische Reserve trägt ihn entspannter durch die Serpentinen, so dass der Benziner erst spät und sehr geschmeidig eingreift. Kein Jaulen, kein Aufbäumen – eher ein kontrolliertes Gleiten, das perfekt zu dieser andalusischen Landschaft passt.

Abseits zivilisierter Strecken wiederum zeigt der Hybrid-AWD seine Qualitäten. Auf der unwegsamen Anfahrt hinauf zum Castillo del Agua erweist er sich als zuverlässiger Weggefährte, der selbst grobe Unebenheiten und fehlende Kanaldeckel gelassen wegsteckt. Nichts poltert, nichts wirkt überfordert, der RAV4 bleibt ruhig und vermittelt genau jene Bodenhaftung, die man in solchen Momenten schätzt

Auch in der Stadt bleibt er unaufgeregt. Die Lenkung ist leichtgängig, aber nicht schwammig. Man spürt die Größe des Autos, aber es wirkt nie schwerfällig. Das Fahrwerk ist straff genug für Präzision, aber weich genug, um Unebenheiten zu schlucken. In Kurven bleibt er gelassen, fast stoisch. In Kurven bleibt er gelassen, fast stoisch. Er neigt sich leicht, aber kontrolliert und vermittelt insgesamt eine Ruhe, die man vor allem auf langen Strecken zu schätzen weiß. Auf der Autobahn zeigt sich der Geradeauslauf beeindruckend stabil. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten wirkt er gesammelt, nicht flatterig. Der Hybridantrieb hält den Motor in einem entspannten Drehzahlbereich, und der Innenraum bleibt angenehm leise.

Jede Fahrt wird von einer integrierten Dashcam (als Zubehör ca. 200 Euro) auf Wunsch sehr sorgfältig dokumentiert. Sie registriert automatisch die Vorfälle, die für das eigene Fahrverhalten relevant sind, wie etwa abruptes Bremsen oder Situationen, in denen der Sicherheitsabstand zu Radfahrern kritisch wird. Eine nüchterne, aber praktische Art, jede Fahrt anhand von später abrufbaren Videoclips nachvollziehbar zu machen.

Vier Ausstattungslinien stehen zur Wahl: Teamplayer, Style, Lounge und GR SPORT. Die genannten Preise beziehen sich auf die Versionen mit Frontantrieb, für den Allrad fallen jeweils zusätzlich 3.000 Euro an. In der Basisversion (HEV ab 43.990 Euro, PHEV ab 49.990 Euro) sind unter anderem LED‑Licht, Rückfahrkamera, Smart‑Key, 12,9‑Zoll‑Infotainment, Sitz- und Lenkradheizung, elektrische Heckklappe und 18‑Zoll‑Felgen enthalten. Der Style (HEV ab 47.990 Euro, PHEV ab 54.990 Euro) ergänzt mit beheizbarer Frontscheibe, sensorgesteuerter Heckklappe, belüftete Vordersitze sowie einen elektrisch verstellbaren Beifahrersitz.

Das Comfort‑Paket bringt Head‑up‑Display, 360‑Grad‑Kamera und beim PHEV einen 50‑kW‑DC‑Lader. Die Linie Lounge (HEV ab 52.790 Euro, PHEV ausschließlich mit AWD ab 62.790 Euro) enthält zusätzlich IPA‑Parkassistent, JBL‑Sound und beheizte Ledersitze. Der GR Sport (HEV ab 56.190 Euro, PHEV ab 63.190 Euro), jeweils mit sportlich abgestimmtem Fahrwerk und eigenständiger Optik, fährt immer mit Allrad und 20‑Zoll‑Rädern.

Das Resümee am Ende des Tages: Der neue Toyota RAV4 ist kein Auto für Menschen, die ständig nach dem nächsten Kick suchen. Er ist ein Auto für Menschen, die Stabilität schätzen, Klarheit, Verlässlichkeit. Für Menschen, die ihren Weg kennen – auch wenn er manchmal über Schotter führt. 

Daten Toyota RAV4 Hybrid GR Sport AWD

Länge x Breite x Höhe (m): 4,84 x 1,86 x 1,68
Radstand (m): 2,69
Antrieb: Vollhybrid, 194 PS (143 kW) Systemleistung, CVT-Automatikgetriebe, Allrad
Max. Drehmomen: 291 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,7 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 5,3 bis 5,7 Liter
CO2-Emissionen, kombiniert: 121-129 g/km
Leergewicht: min. 1700 kg
Kofferraumvolumen: 514 Liter
Preis: 56.190 Euro

(Quelle: Solveig Grewe, aum)