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21. März 2026

Fahrbericht Toyota C-HR+: Mehr als nur ein Plus

Mit den Modellnamen hatte Toyota nicht immer ein glückliches Händchen. RAV4, bZ4X oder C-HR klingen eher nach Technikformel oder Behördenformular. Mit dem vollelektrischen Crossover-SUV C-HR+ kommt nun ein neues sperriges Kürzel hinzu. Das „Plus“ soll die Verbindung zum Verbrenner-Hybrid C-HR herstellen – auch wenn er durchaus einen eigenen Namen verdient hätte. Denn das neue Modell ist kein elektrischer Ableger, sondern ein eigenständiges Fahrzeug auf der auf Elektroantrieb ausgelegten e-TNGA-Plattform. Und das merkt man schon auf den ersten Kilometern.

Optisch bleibt die Verwandtschaft tatsächlich sehr sichtbar: scharf geschnittene Front, coupéhafte Silhouette, hohe Gürtellinie, markant geformtes Heck. Doch die Linien wirken beim C-HR+ etwas weniger provokant. Mit 4,52 Metern in der Länge schiebt er sich zwischen seinen „plus-losen“ Namensvetter (4,36 Meter) und das größere Elektro-SUV bZ4X (4,69 Meter). Auch steht er mit dem auf 2,75 Meter gestrecktem Radstand satter auf der Straße und rückt so näher an die Kompakt-SUV-Mittelklasse heran mit deutlich mehr Geräumigkeit im Fond. Trotz der abfallenden Dachlinie finden auf der Rücksitzen nun auch groß gewachsene Menschen ausreichen Platz für Kopf und Beine. Der Kofferraum liegt mit 416 Liter dagegen nur im Klassenmittelfeld. Für den Alltag reicht das natürlich immer noch aus, große Transportaufgaben gehören aber nicht zur Paradedisziplin. Auch ein Staufach unter der Fronthaube (Frunk) für das bequeme Gebrauch des Ladekabels gibt es leider nicht.

Beim Einsteigen fällt auf, dass Toyota bewusst nicht den radikalen Digitalpfad vieler Wettbewerber einschlägt. Stattdessen gibt es noch echte Tasten, Drehregler und Hebel. Das wirkt angenehm vertraut, gerade für Umsteiger aus klassischen Verbrennern. Spiegel einstellen, Klimaanlage bedienen, Lenkrad justieren, vieles funktioniert intuitiv, ohne sich durch verschachtelte Menüs kämpfen zu müssen. Optisches Highlight im buchstäblichen Sinne ist der 14-Zoll-Touchscreen, der als Schaltzentrale für Navigation und Multimedia dient. Dessen Darstellung wirkt übersichtlich und aufgeräumt, allein die kleinen, teilweise fummeligen Schaltflächen erschweren die Bedienung während der Fahrt. Fehlbedienungen sind keine Seltenheit, und die etwas dusselige Sprachsteuerung erweist sich auch nicht immer als verlässliche Alternative.

Wenig überzeugend zeigt sich leider auch das bordeigene Navigationssystem. Die TomTom-Routenführung ist nicht die schnellste ihrer Art, hinkt bei der grafischen Darstellung ständig hinterher, wie wir bei unseren ersten Probefahrten erleben mussten. Gerade im Vergleich zu aktuellen Smartphone-Lösungen fehlt es an Tempo und Klarheit. Immerhin lassen sich Apple CarPlay und Android Auto kabellos einbinden, was diese Schwächen im Alltag kaschieren könnte. Gut gelöst ist dagegen, dass die meisten nervig-bimmelnden Sicherheitsassistenten mit einem Tastendruck abgestellt werden können

Was ebenfalls auf Anhieb gefällt, ist der Fahreindruck. Schon die mittlere Motorisierung hat mit 165 kW (224 PS) genug Power für jedes Fahrmanöver. Der Antritt ist spontan, aber nicht aggressiv, eher souverän als spektakulär. In 7,3 Sekunden geht es auf Tempo 100, bei 160 km/h wird allerdings elektronisch abgeregelt. Und da kann man noch froh sein, bei der Basisversion mit kleinerem Akku und 123 kW (167 PS) ist sogar schon bei 140 km/h Schluss. Da drängelt auf der Autobahn jeder x-beliebige Kleinwagen an der Stoßstange. Wer mehr will, greift zum Allradmodell mit 252 kW (343 PS). Das liefert dann tatsächlich eine ganz andere Dynamik, beschleunigt in 5,2 Sekunden auf Landstraßentempo und vermittelt ein spürbar sportlicheres Gefühl, das allerdings durch die elektronische Begrenzung von 180 km/h ebenso etwas gedämpft wird.

Interessanter als die nackten Zahlen ist jedoch die Art, wie der C-HR+ fährt. Auffällig unauffällig beschreibt es treffend. Das kultivierte Fahrverhalten ist jederzeit berechenbar, fast schon gelassen. Der Wagen rollt geschmeidig ab, die Dämpfung arbeitet auf hohem Niveau und bügelt selbst schlechte Straßen souverän glatt. Querfugen und Asphaltkanten werden eher registriert als wirklich gespürt. Gerade auf längeren Strecken entsteht so ein angenehm entspanntes Fahrgefühl. Die Lenkung passt gut ins Gesamtbild. Bei niedrigen Geschwindigkeiten leichtgängig, bei höherem Tempo spürbar straffer und direkter, vermittelt sie ein solides Maß an Rückmeldung.

Ganz verbergen kann der C-HR+ sein Gewicht allerdings nicht. Über 1,9 Tonnen machen sich bei ambitionierter Kurvenfahrt bemerkbar. Dann schiebt das Fahrzeug leicht über die Vorderräder, bleibt aber jederzeit kontrollier- und berechenbar. Kritisch wird es nie, emotional aber auch nicht. Wer den letzten Rest Agilität sucht, wird eher beim Allradmodell fündig, das hier dank aktiver Kraftverteilung neutraler wirkt. Ein echtes Highlight ist auch der Geräuschkomfort. Wind- und Abrollgeräusche sind hervorragend gedämmt, selbst bei Autobahntempo bleibt es im Innenraum angenehm ruhig. Das unterstreicht den entspannten Charakter des Fahrzeugs und macht längere Strecken deutlich angenehmer, als man es vom konventionellen Pendant kennt.

Die Rekuperation lässt sich über Schaltwippen am Lenkrad in vier Stufen einstellen. Die Abstimmung ist bewusst moderat gehalten. Ein echtes One-Pedal-Driving bietet der C-HR+ nicht, stattdessen bleibt das Fahrgefühl näher an klassischen Autos. Im Stadtverkehr funktioniert das dennoch effizient, zumal die Energierückgewinnung konstant im Hintergrund arbeitet, was sich im niedrigen Verbrauch deutlich zeigt. Der soll sich laut Toyota je nach Fahrweise zwischen 14 und 17 kWh pro 100 Kilometer einpendeln, was wir bei unseren ersten Ausfahrten bestätigen konnten. Der Bordcomputer zeigte nach rund 100 Kilometern bei frühlingshaften Temperaturen 15,8 kWh – ein respektabler Wert für ein Fahrzeug dieser Größe und Leistung. Unterstützt wird das durch eine serienmäßige Wärmepumpe sowie ein ausgeklügeltes Klimasystem, das warme und kühle Luft getrennt im Innenraum verteilt und so effizient arbeitet.

Technisch bietet Toyota zwei Batteriegrößen an: 57,7 kWh für die Basisversion mit bis zu 458 Kilometern Reichweite und 77 kWh für die stärkeren Varianten mit bis zu 607 Kilometern. Letztere dürfte für die meisten Kunden die interessanteste Option sein, da sie Langstreckentauglichkeit mit ausreichender Leistung kombiniert. Geladen wird serienmäßig mit 11 kW AC, in der Topversion oder optional auch mit 22 kW. Das schnelle DC-Laden ist mit bis zu 150 kW möglich ist, wodurch sich der Akku unter optimalen Bedingungen in rund 28 Minuten von 10 auf 80 Prozent füllen soll. Das ist solide, aber nicht herausragend im Wettbewerbsumfeld. Immerhin soll eine Batterievorkonditionierung dabei helfen, die Ladeleistung auch bei niedrigen Temperaturen stabil zu halten.

Interessant ist der Blick auf die Preise. In Deutschland wird die Basisversion mit 123 kW (167 PS) und 57,7 kWh Batterie in der Einstiegsvariante Active „bis auf weiteres“ zum Einführungspreis ab 38.990 Euro angeboten, heißt es bei Toyota Deutschland. Das gilt allerdings nur für die Einstiegsversion. Die mittlere Version mit größerer Batterie und stärkerem Motor in der Teamplayer-Ausstattung ist ab 45.990 Euro zu bekommen, während das Topmodell mit Allradantrieb und 343 PS in der Ausstattung Lounge ab 53.990 Euro kostet. Damit bewegt sich der C-HR+ im üblichen Rahmen des Segments, ohne als Schnäppchen durchzugehen. Ein echter Wettbewerbsvorteil ist jedoch die Toyotas Garantie, dass der Akku nach zehn Jahren oder 250.000 Kilometern noch mindestens 70 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität besitzt. Und: Zum Start des neuen Modells legt der deutsche Importeur unabhängig von der Ausstattungslinie bei Abschluss eines Leasingvertrages inklusive Wartungspaket noch kostenfrei eine 11-kW-Wallbox oben drauf. 

Daten Toyota C-HR+ „Teamplayer“

Länge x Breite x Höhe (m): 4,53 x 1,87 x 1,60
Radstand (m): 2,75
Antrieb: E-Motor, FWD, 1-Gang-Getriebe
Leistung: 165 kW / 224 PS
Max. Drehmoment: 269 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,3 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 13,4 kWh
Batteriekapazität: 77 kWh
WLTP-Reichweite: 607 km
Leergewicht / Zuladung: min. 1985 kg / max. 535 kg
Kofferraumvolumen: 416–? Liter
Max. Anhängelast: 750 kg
Preis: ab 45.990 Euro

(Quelle: Frank Wald, aum)