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21. Januar 2026

Fahrbericht Kia K4: Mit Turbo gegen den Strom

So ungewöhnlich wie sein Name ist auch seine Platzierung innerhalb der aktuellen Kia-Modellfamilie. Doch während die Koreaner gerade ein Elektromodell nach dem anderen auf den Markt bringen, vergessen Sie mit dem K4 auch ihre treue Verbrenner-Stammkundschaft nicht. Das sportlich gestylte Schrägheck ist ein würdiger Nachfolger des kompakten Erfolgsmodells Ceed, das ebenso allein durch klassische Verbrenner angetrieben wird. Mit dem mittleren 150-PS-Turbobenziner waren wir auf einer ersten Testrunde durch Barcelona und dessen bergiges Hinterland.

Schon der erste Blick macht klar: Der K4 will auffallen. Die 4,44 Meter lange Karosserie ist ungewöhnlich breit konturiert, fast muskulös gezeichnet, die Dachlinie flach, das Heck kurz und hochgezogen. Die weit in den Ecken platzierten Tagfahrleuchten betonen die Breite zusätzlich, wie auch in der rückwärtigen Dreiviertelansicht die ausgeprägten Schultern ins Auge fallen. Wer einen unauffälligen Golf-Konkurrenten erwartet, darf sich wundern. Im Alltag hat diese Optik Licht und Schatten. Die flache Dachlinie sorgt zwar für eine dynamische Silhouette, schränkt aber die Übersicht nach hinten leicht ein. Beim Rangieren hilft die serienmäßige Rückfahrkamera, optional auch eine 360-Grad-Ansicht.

Innen setzt sich der moderne Anspruch fort, allerdings weniger radikal als außen. Nach dem Einstieg durch die weit öffnenden Türen fällt der Blick auf das bereits aus den EV-Modellen bekannte breite Panoramadisplay, das sich wie ein digitales Band um das Cockpit zieht. Zwei 12,3-Zoll-Bildschirme für Instrumente und Infotainment flankieren ein weiteres kleineres Touch-Feld für die Klimasteuerung, deren Bedienung nahezu selbsterklärend ist.

Das Infotainmentsystem zeigt sich modern und reaktionsschnell. Navigation, Medien und Fahrzeugeinstellungen sind logisch gebündelt, Smartphones lassen sich kabellos einbinden. Over-the-Air-Updates halten die Software aktuell, und der KI-basierte Sprachassistent reagiert erstaunlich treffsicher. „Hey Kia“ genügt, um Ziele einzugeben oder Funktionen zu steuern. Trotz aller Digitalisierung verzichtet Kia jedoch erfreulicherweise nicht vollständig auf klassische Tasten. Temperatur, Gebläse oder Lautstärke lassen sich so blind regeln, was man schon nach wenigen Minuten zu schätzen lernt.

Die Materialanmutung hingegen ist durchwachsen. Im oberen Bereich des Armaturenbretts gibt es weichere Kunststoffe, darunter wird es sichtbar einfacher. Die glatten Oberflächen wirken funktional, aber wenig einladend. Hier bleibt der K4 klar unter Premium-Niveau, was angesichts der Preise nicht völlig überraschend ist, aber dennoch auffällt. Die Verarbeitung ist ordentlich, Knarz- oder Klappergeräusche traten auf der Testfahrt nicht auf.

Die Sitze in der getesteten Version Spirit sind straff gepolstert und bieten guten Seitenhalt. Auf längeren Strecken erweisen sie sich als bequem, die Sitzposition lässt sich schnell finden. Sitzheizung und -belüftung steigern den Komfort. Im Fond überrascht der K4 mit ordentlicher Beinfreiheit, die Kopffreiheit fällt trotz der abfallenden Dachlinie noch ausreichend aus. Die tief montierten Sitzflächen sorgen allerdings für eine leicht angewinkelte Beinposition, was auf Dauer weniger entspannt ist.

Der Kofferraum bewegt sich mit 438 Litern auf Klassenstandard, die Ladeöffnung ist ordentlich dimensioniert, die Rücksitzlehnen lassen sich unkompliziert asymmetrisch umklappen und geben bis zu 1217 Liter frei. Das reicht im Alltag locker für Einkauf, Gepäck oder Kinderwagen. Wer mehr braucht, sollte auf die bereits angekündigte Kombiversion warten, die 604 bis 1439 Liter Kofferraumvolumen mitbringt.

Auf der Straße zeigt sich der K4 nüchterner als sein sportliches Design vermuten lässt. Der 1,6-Liter-Turbobenziner mit 150 PS tritt ohne große Ambitionen an. Beim Anfahren gibt es eine kurze Verzögerung, bis Motor und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zueinanderfinden. Im ersten Moment fühlt sich das im direkten Vergleich mit modernen Elektroautos träge an, nach kurzer Zeit gewöhnt man sich aber daran. Zumal die Kraftentfaltung gleichmäßig vonstatten geht und das Ansprechverhalten gut kontrollierbar ist.

Getrübt wird die Freude beim Fahren eher durch die Automatik, die zwar für weiche Übergänge sorgt, aber nicht besonders aufmerksam ist und dazu neigt, früh hochzuschalten. Im Sportmodus wiederum schaltet sie zu nervös rauf und runter, und überrascht beim Runterschalten mit simulierten Zwischengastönen, was eher albern als sportlich wirkt. Auch wird der Motor unter Last deutlich hörbar, ohne dabei besonders kernig zu klingen.

Eine der Kernkompetenzen des K4 ist eindeutig der Komfort, wenn auch hier mit kleinen Einschränkungen. Die Federung ist straff abgestimmt, filtert kleine Unebenheiten ordentlich heraus, gibt kurze Stöße von Querfugen aber spürbar an den Innenraum weiter. Auf schlechten Straßen wirkt das Fahrwerk manchmal etwas unruhig, ohne jedoch unangenehm hart zu werden. Auf der Landstraße zahlt sich diese Abstimmung aus. Der K4 liegt stabil, neigt sich wenig und vermittelt ausreichend Vertrauen.

Die Lenkung ist leichtgängig und präzise, könnte hier und da etwas mehr Rückmeldung geben. Sie passt zum entspannten Charakter des Fahrzeugs, animiert jedoch nicht zum engagierten Fahren. In schnell gefahrenen Kurven kündigt sich Untersteuern früh an, das Verhalten bleibt aber insgesamt gutmütig. Der Fahrspaß entsteht hier eher durch Souveränität als aus Dynamik.

Auf der Autobahn punktet der K4 mit ordentlichem Geräuschkomfort. Bei konstantem Tempo bleibt es angenehm leise, Wind- und Abrollgeräusche sind gut gedämmt. Erst bei stärkerem Beschleunigen wird der Motor im Innenraum hörbar. Angenehm ist die Bedienung der Assistenzsysteme. Kia setzt auf eine logische Menüstruktur und ergänzt sie durch praktische Shortcuts, die die lästigen Bimmeltöne der Tempoüberwachung und Fahrstreifenbegrenzung mit wenigen Handgriffen deaktiviert. Ein Highlight bleibt die inzwischen in nahezu allen Modellen des Hyundai-Konzerns erhältliche Totwinkelkamera,. Setzt man den Blinker, erscheint im Kombiinstrument ein Livebild des seitlichen Bereichs. Ein kurzer Blick genügt, um so sicher die Spur zu wechseln. Auch der adaptive Tempomat arbeitet harmonisch. Er hält Abstand, passt das Tempo sanft an und unterstützt auf der Autobahn zuverlässig. Der Autobahnassistent greift moderat ins Lenkgeschehen ein und entlastet auf längeren Strecken spürbar.

Bei den Preisen ist der K4 dem Ceed-Vorgänger um einiges voraus. Der Wagen startet ab 29.990 Euro mit dem schaltgetriebenen Einstiegs-Dreizlinder-Turbobenziner mit 115 PS (85 kW) in der Ausstattung „Vison“, immerhin schon mit Zwei-Zonen-Klimaautomatik, der kompletten digitalen Cockpitlandschaft inklusive Navisystem und Rückfahrkamera, beheizbaren Außenespiegeln, Lenkrad und Frontsitzen sowie einem nahezu kompletten Assistenzsystempaket. In einer elektrifizierten Mildhybrid-Version mit Doppelkupplungsgetriebe kostet diese Motorisierung 2600 Euro Aufpreis. Der 1,6-Liter-Vierzylinder startet mit 150 PS (110 kW) in der Basisausstattung ab 33.890 Euro.

Wir waren in der mittleren „Spirit“-Variante unterwegs, für die Kia inklusive LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent, Sitze in Ledernachbildung, induktiver Ladefläche für Smartphones und 17-Zoll-Alufelgen mindestens 35.890 Euro aufruft. Die Topversion mit 180 PS (132 kW) kostet in dieser Ausführung einen Tausender mehr und markiert in der GT-Line-Ausstattung mit Schaltwippen am Multifunktionslenkrad, Digital Key (Smartphone als Schlüssel) sowie diversen sportlichen Design-Elementen ab 38.290 Euro das Ende der Preisliste. Hinzu kommen diverse Sonderausstattungspakete sowie Lackierungen, mit denen auch schnell die 40.000er-Marke übersprungen werden kann.

Unterm Strich ist der Kia K4, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn, ein Auto mit klaren Ecken und Kanten. Sein Design fällt auf, sein Fahrverhalten bleibt dagegen bewusst bodenständig. Komfort und Bedienung sind solide, die Technik zeitgemäß, aber nicht visionär. Die Preise bewegen sich auf Augenhöhe zu Golf & Co, bieten aber vergleichsweise mehr Ausstattung. Wer also einen klassischen Benziner mit moderner Anmutung sucht, findet im K4 einen ungewöhnlichen, aber konsequenten Vertreter seiner Klasse. v

Daten Kia K4 1.6 GDI

Länge x Breite x Höhe (m): 4,44 x 1,85 x 1,44
Radstand (m): 2,72
Antrieb: Vierzylinder-Turbobenziner, 1598 ccm, 110 kW (150 PS), Frontantrieb, 7-Stufen-Automatikgetriebe
Max. Drehmoment: 250 Nm bei 1500-4000/min
Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,1 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 6,9 Liter
CO2-Emissionen: 155 g/km
Schadstoffklasse: Euro 6e
Leergewicht / Zuladung: 1487 kg / 453 kg
Kofferraumvolumen: 438-1217 Liter
Anhängelast: 1410 kg
Preis: ab 29.990 Euro
Testwagenpreis (Spirit): ab 35.890 Euro

(Quelle:  Frank Wald, aum)