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05. Dezember 2025

Fahrbericht BMW iX3: Der elektrische Kurvenkünstler

Der neue BMW iX3 auf Basis der Neuen Klasse ist nicht einfach ein Facelift des bisherigen Modells, sondern ein komplett neues Fahrzeug – und das merkt man bereits beim Einsteigen. Die Materialien im Innenraum sind durchweg hochwertig und angenehm anzufassen. Hartplastik? Ja, es gibt noch welches, wie etwa im unteren Bereich der Türen, doch BMW hat es so weit nach unten verbannt, dass man es im Alltag kaum wahrnimmt. Alles wirkt solide verschraubt, nichts klappert, nichts wackelt.

Das Cockpit ist für Traditionalisten geradezu ein Schock. Das große Display ist zwar formschön eingebettet und leicht zum Fahrer geneigt – die klassische BMW-Fahrerorientierung lebt also noch, wenn auch nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Aber der Look ist völlig neuartig. Wie bei Peugeot spielt sich die Kommunikation weitgehend oberhalb des Lenkrads ab; der Streifen mit Einblendungen in unteren Frontscheibenrand ist übrigens gut abzulesen.

Das neue Lenkrad mit der durchgehend senkrechten Doppelspeiche polarisiert – uns gefällt es ausgesprochen gut, es wirkt modern und markant. Das M-Lenkrad entspricht konventionellem Geschmack.

Die Vordersitze sind für einigermaßen hart und man sitzt – typisch Elektroauto – relativ hoch und damit eher „auf“ als „in“ dem Sitz. Der Beifahrer sucht vergeblich nach einem Haltegriff am Himmel, und die Aussparung in der Türarmlehne fällt nach vorne ab – bei zackiger Fahrweise muss man sich mit überstrecktem Handgelenk festhalten. Nicht ideal, wenn der Fahrer es fliegen lässt.

Die Fahrassistenten gehören zum Besten, was aktuell auf dem Markt ist. Bei Autobahnfahrt bis 130 km/h, darf man bei aktivierten Systemen die Hände vom Lenkrad nehmen (Level 2+), mit Händen am Lenkrad funktionieren sie bis 180 km/h. Besonders beeindruckend: der automatische Spurwechsel. Das System erkennt sinnvolle Überholvorgänge, schlägt sie vor und führt sie nach einem kurzen Blick in den Außenspiegel selbstständig aus – alternativ genügt Antippen des Blinkers. Auf der Autobahn durchaus ein Komfort-Gewinn.

Die Rekuperation ist hervorragend abgestimmt. 95 Prozent aller Bremsvorgänge werden zur Energierückgewinnung genutzt, und dank der präzisen Regelung der E-Motoren gibt es einen extrem sanften „Soft-Stop“ – kaum ein anderes E-Auto bremst so angenehm dosiert ab. Head-up-Display und Instrumente sind gestochen scharf und gut ablesbar. Der Sprachassistent jedoch enttäuscht – hier hat BMW offenbar nicht die beste Lösung gewählt, Siri könnte das besser als das hier verwendete Alexa-System.

Das absolute Highlight des neuen iX3 ist das Fahrwerk – und das, obwohl es „nur“ Stahlfedern und konventionelle Dämpfern nutzt. Es fühlt sich an wie ein erstklassiges adaptives System. Kaum Wankbewegungen, extrem präzise Lenkung, exzellente Straßenlage – und das bei einem Leergewicht von 2360 Kilogramm.

Auf der Ascari-Rennstrecke in Südspanien, wo wir getestet haben, kann man die BMW-Gene richtig spüren. Mit 21-Zoll-Felgen und optionalen Reifen des Typs Michelin Pilot Sport 4S (255/50 R21) kaschiert das Fahrwerk das Gewicht erstaunlich gut. 345 kW (469 PS) und 645 Newtonmetrer sorgen für vehementen Vortrieb, ohne dass der iX3 zur Rakete wird – bei 210 km/h ist Schluss. Das Räderangebot reicht von 20 bis 22 Zoll.

Auf einer gemischten 240-km-Runde (Autobahn, Landstraße, anspruchsvolle Bergstrecken) lag der Verbrauch bei sehr guten 18,3 kWh/100 km. Wir haben auf dieser Fahrt allein 22,2 kWh rekuperiert – beeindruckend. Die von BMW kommunizierte WLTP-Reichweite liegt bei über 800 Kilometern. Dank 800-Volt-Technik sind bis zu 400 kW Ladeleistung möglich – theoretisch sind in zehn Minuten bis zu 372 Kilometer Reichweite nachladbar. In der Praxis hängt das natürlich von der derzeit weiterhin problematischen Ladeinfrastruktur ab.

Was uns noch aufgefallen ist: Es gibt einen Frunk vorn unter der Haube – ideal für das Ladekabel. Hinten sitzt man trotz des flachen Bodens sehr bequem, Kopffreiheit ist reichlich vorhanden. Das Kofferraumvolumen lässt mit bis zu 1750 Litern keine Wünsche offen. Das autonome Einparken funktioniert nochmals besser als bisher, entsprechend ist der Knopf dafür jetzt direkt ans Lenkrad gewandert.

Und so präsentiert sich der neue BMW iX3 als ausgewogenes, hochwertiges und überraschend sportliches Elektro-SUV. Das Fahrwerk ist schlicht sensationell, die Assistenten sind State-of-the-Art, die Verbrauchswerte überzeugen. Kleinere Schwächen bei Sitzkomfort und Sprachassistent trüben den hervorragenden Gesamteindruck kaum. Wer ein elektrisches SUV sucht, das Freude am Fahren und Langstreckenkomfort vereint, sollte den neuen iX3 unbedingt auf die engere Auswahl nehmen.

Jedenfalls dann, wenn das Budget es hergibt. Schon der Einstiegspreis liegt bei 68.900 Euro, die Testwagen lagen bei rund 85.000 Euro. Die Auslieferungen starten im März, Bestellungen sind bereits jetzt möglich. 

(Quelle: Matthias Knödler, cen)