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19. Dezember 2025

Fahrbericht Alpine A110 R Ultime: Das Beste kommt zum Schluss

Nicht nur das Jahr neigt sich dem Ende zu – auch die Tage der Alpine A110 sind gezählt. Im Sommer 2026 endet für den legendären Leichtbau-Zweisitzer die Ära des Verbrennungsmotors. Bevor jedoch die elektrische Nachfolgerin die Bühne betritt, schicken die Franzosen zum Abschied noch ihr schärfstes Modell auf die Bühne: die A110 R Ultime. Sie hat mit maximal 345 PS mehr Power, kostet mindestens 265.000 Euro und ist auf nur 110 Exemplare limitiert. Racing ist angesagt, denn wir haben der bislang extremsten Alpine auf dem Hockenheimring die Sporen gegeben.

Die Devise der A110 R Ultime: noch bissiger, noch extremer. Im Vergleich zur ohnehin sportlichen A110 R (Preis: 120.550 Euro) wurde die Ultime in Sachen Performance gründlich weiterentwickelt. Ihr Fokus liegt klar auf der Rennstrecke – dank regulärer Straßenzulassung kann sie ihre Agilität aber auch im Alltag ausleben. Für die Ultime hat Alpine nahezu jedes Bauteil überprüft, viele Komponenten ersetzt oder umfassend überarbeitet.
Mehr Leistung und Drehmoment

Los geht’s beim Antrieb: Der 1,8‑Liter‑Vierzylinder, direkt hinter Fahrer und Beifahrer platziert, wurde in puncto Soft- und Hardware gründlich überarbeitet. Ein neuer Turbolader, verstärkte Pleuel und Kolben heben die Leistung von ursprünglich 300 PS auf 345 PS bei 6000 Umdrehungen in der Minute. Auch das Drehmoment legt kräftig zu – 420 Newtonmeter stehen bereits ab 3200 Touren bereit. Damit die zusätzlichen Kräfte sauber auf die Straße kommen, bekam die Ultime ein neues Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In nur 3,8 Sekunden stürmt sie auf Tempo 100, die Spitze liegt bei 280 km/h.

Damit die Alpine ihre vollen 345 PS entfalten kann, braucht sie Hochoktan-Kraftstoff wie etwa Aral Ultimate 102. Wird hingegen nur Super Plus (ROZ 98) getankt, bringt es die gerade einmal 1100 Kilogramm leichte Ultime auf 325 PS – ein Unterschied, den man bei diesem geringen Gewicht durchaus verschmerzen kann. Doch Leistung allein macht noch keinen Racer: Erst die aerodynamischen Feinarbeiten verleihen der Ultime ihren kompromisslosen Charakter auf der Strecke.

Erhöhter Anpressdruck

Mit dem neuen Aero-Kit erzielt die Ultime nochmals spürbar mehr Anpressdruck: Im Vergleich zur A110 R sind es 124 Kilogramm auf der Vorderachse und 24 Kilogramm am Heck. Überarbeitete Flaps an den Stoßfängern und ein neu gestalteter Diffusor optimieren die Luftführung, während eine markante Finne auf der Motorhaube für zusätzliche Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sorgt. Sämtliche Anbauteile bestehen aus leichter Kohlefaser und unterstreichen den kompromisslosen Leichtbauansatz.

Für mehr Bissfestigkeit sorgt außerdem eine überarbeitete Bremsanlage: Sie ist größer dimensioniert als bei der A110 R und verfügt über eine optimierte Kühlung – ideal, um auch unter Dauerbelastung präzise und standfest zu verzögern.

Unser Testtag in Hockenheim steht allerdings unter keinem guten Stern: dichter Nebel, gerade einmal fünf Grad Außentemperatur und Regen, der in Strömen vom Himmel fällt. Noch bevor es auf die Strecke geht, reagiert Alpine-Test- und Entwicklungsfahrer Laurent Hurgon in der Boxengasse. Der Franzose lässt das Setup der Ultime vorsorglich vom kompromisslosen Race-Modus auf eine Regenabstimmung umstellen, damit ich auf den schnellen Runden auch die maximale Kontrolle behalte.

Also werden die serienmäßigen Michelin Semi-Slicks (Pilot Sport Cup 2) gegen nässetaugliche Pneus getauscht, während die Bodenfreiheit des Fahrwerks leicht angehoben wird – ein Kompromiss aus Sicherheit und Präzision. Zeit, sich ans Steuer zu setzen um zu spüren, wie viel Alpine‑DNA selbst unter widrigsten Bedingungen noch in ihr steckt.

In einer anderen Liga

Schon auf den ersten Metern wird klar: Die Ultime spielt in einer anderen Liga. Gegenüber der bereits kurz zuvor auf dem Rennkurs gefahrenen A110 R wirkt sie noch schärfer, noch direkter und auch entschlossener. Auch der 1,8‑Liter‑Turbo hängt spürbar kraftvoller am Gas, baut Druck auf, als wolle er die Distanz zwischen zwei Kurven einfach verschlucken. Beim Beschleunigen schiebt die Mittelmotor‑Alpine mit Nachdruck nach vorn, dabei brüllt und faucht der Vierzylinder hinter mir laut, während die Titan‑Auspuffanlage von Akrapovic den Sound eindrucksvoll verstärkt.

Trotz der widrigen Bedingungen auf dem Hockenheimring – nasse Ideallinie und stehendes Wasser in den Kurven – bleibt die Ultime erstaunlich souverän. Das Fahrwerk arbeitet präzise und das Chassis zeigt eine perfekte Balance. In schnellen Passagen reagiert sie neutral, bleibt jederzeit berechenbar und vermittelt ein hohes Maß an Vertrauen. Die Gänge schalten im neuen Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit atemberaubender Geschwindigkeit durch, jeder Wechsel über die verlängerten Schaltwippen erfolgt mit messerscharfer Präzision und ohne spürbare Verzögerung.

Selbst unter Last auf glitschigem Asphalt baut die Alpine beeindruckend viel Grip auf. Das für die Ultime neu entwickelte Sperrdifferenzial greift feinfühlig ein und sorgt dafür, dass die Linie beim Herausbeschleunigen aus engen Kehren sauber gehalten wird. Die Traktion ist enorm, ohne dass das Heck unruhig wird. Die Kombination aus mechanischem Grip und der sensibel abgestimmten Lenkung schafft Vertrauen. Mit jeder Runde gehe ich früher ans Gas, selbst im Regen. Am Ende wächst das Staunen darüber, welche Präzision die Ultime selbst unter solch schwierigen Bedingungen freisetzt. Es ist, als würde sie den Asphalt lesen können.

Als ich aussteige, perlen Regentropfen vom Kohlefaser-Dach, und der Auspuff knistert leise beim Abkühlen. Meine Hände sind noch fest um das Lenkrad geformt, der Puls ist höher als gewohnt. Trotz Kälte, Nebel und nasser Strecke bleibt dieser Moment haften, denn die Ultime hat gezeigt, dass wahre Fahrdynamik nichts mit Schönwetter zu tun hat. Sie braucht keine Sonne, um zu glänzen. Nur eine freie Strecke – und jemanden, der sie fahren lässt. Am liebsten würde ich die Alpine sofort einpacken und mitnehmen, doch ihr Preis ist genauso exklusiv wie die A110 R Ultime selbst. 

Daten Alpine A110 R Ultime

Länge x Breite x Höhe (m): 4,26 x 1,98 x 1,23
Radstand (m): 2,42
Antrieb: R4-Benziner, 1798 ccm, RWD, 6-Gang-Doppelkupplunsggetr.
Leistung: 239 kW / 325 (254 kW / 345) PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 420 Nm bei 3200–4200 (5600) U/min
Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 3,8 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 7,7 Liter Super
CO2-Emissionen: 170 g/km
Leergewicht / Zuladung: min. 1100 kg / max. 225 kg
Bereifung: 225/40 R18 (v.) / 255/35 R19 (h.)
Basispreis: 265.500 Euro

(Quelle: Guido Borck, cen)